"Wohin geht die Reise?"

Flugbilder von Uli Schaarschmidt

Im April 1997 ermutigte mich der Flughafenpfarrer, direkt auf dem Münchner Flughafen zu zeichnen. Seitdem habe ich versucht, das Fliegen möglichst intensiv zu durchdringen und als höchsten Ausdruck menschlicher Freiheit zu erfassen. Ich zeichnete Piloten, Stewardessen, Techniker, Fluglotsen, Feuerwehrleute, Passagiere und Polizisten und entdeckte meditative Gedanken, wohin unsere Reise in Zukunft gehen könnte. Insgesamt sind über 40 Zeichnungen entstanden, eine grafische Reportage vom Flughafen und aus der Luft, die mit Unterstützung der Süddeutschen Zeitung, der Lufthansa, verschiedener Firmen und vieler Freunde auf die Reise geht.

Die Idee kam plötzlich: Auftrag verloren, Investition verloren, freie Energie - frei Fliegen, wie vom Flughafen München? Weg von der üblichen Arbeit an Computersimulation und CAD, hinausgehen mit dem Zeichenbrett, Papier, Acrylfarben und Flughafen erleben. Ehrfürchtig die 1. Zeichnung inmitten heulender Turbinen auf dem riesengroßen Terminal machen. Maler inmitten des High Tech Getümmels sein. Näher rangehen, fragen, schnell zeichnen, Farben, Formen, Rhythmen erfassen. Hier ist nichts in Ruhe, alles bewegt sich. Wiederkommen in die Lufthansa-Station, Profis im Cockpit, im Radarcenter, auf dem Tower, auf der Wache treffen. Präzision der Flugtechnik erfahren, Flugautomaten ins Herz steigen, IT-Systeme erleben. Passagiere sehen, wie die Sehnsucht nach fernen Reisezielen - zeitschnell ereichbar in Stunden, weltweiter Austausch ansteigend.

Keiner hat Zeit. Reden die überhaupt noch miteinander? Es gibt Momente mit überraschenden Einsichten, z.B. die Polizei - Offenheit als Prinzip in unübersichtlich werdender Gesellschaft, Einsatzbereitschaft in gefährlichen Situationen. Dienstleister sind nicht für alles verantwortlich: z.B. ist das Demokratieverständnis abhängig vom Geldbeutel? Ist Gerechtigkeit nur was, wenn´s den Leuten gut geht? Wegschauen oder Einmischen, couragiert sein!

Dieses impulsive Arbeiten, diese Freiheit einszuwerden mit dem Motiv beim Malen. Als ob Stift und Pinsel von selber übers Papier kreisen. Das ist mir am Flughafen und in der Luft mehrmals passiert. Dieses Sichaussetzen in eine fremde Situation, dieses Aufgesogenwerden fordert die meiste Kraft - meistens bekomme ich sie mit einem Lächeln zurück.

Die Ausstellung wird eröffnet im Beisein von Mitarbeitern der Lufthansa der Deutschen Flugsicherung, des Münchner Flughafens und der Münchner Polizei, die in den Bildern erscheinen. Die wissen, wohin die Reise geht.

Die Ausstellung geht weiter
Ab 18. Juni in Senator Lounge MUC
Ab 10. August in Senator Lounge FRA

"Where are we going?

Paintings about airtravel by Uli Schaarschmidt

The priest at the Munich airport encouraged me to offer the management of the airport a series of paintings about LIFE IN THE AIR and it´s required ground support. I sketched and painted in the air and on the ground. At practically all facilities, which make up the ground support of an airport, the personnel without which a smooth functioning of the airtravel industry would not be possible.

Through my pictures I have tried to express and illustrate my personal reaction to human flight. To me it is the ultimate epitomy of human freedom. Almost all the people involved in making flight possible, - from pilots to passengers to the members of the airport police -, are included in my series.

When I am at work, I become one with the subject. Often the person I am sketching seems to open up his personality, which I then try to reflect in my sketch. While working at the airport this happened several times. After looking at this series of paintings, maybe some viewers will ask themselves: QUO VADIS?

 

The Exhibitions goes on
from 18. June in Senator Lounge MUC
from 10. August in Senator Lounge FRA


Foto: Norbert Barth

Deutsches Museum München, Flugwerft Schleißheim
15.4.-13.6.99

In the first six weeks this show has attracted 16 000 visitors
WHEN ARE YOU COMING?

At the opening of the exhibition Where will this trip take you, the artist
collected the following comments. The individuals making these comments are
known to the artist.

Hedwig Sensen: These paintings capture the important aspects of flying.
Anita Mitterer: The artist has found his unmistakeable style.
Pierre Buisset: Terrific colors, terribly realistic.
Unfortunately I cannot afford to buy one.
Helmut Korthals:Sequence and the mounting of the paintings was just right.
David Robb: Best painting: I dreamt I could fly.
and: Turbine cave, pilots, leaving for New York
W.F. Robinow: A break-through in an extrodinary ambiance.
The individuals shown in the paintings identify with THEIR painting.

Von der Eröffnung der Ausstellung Wohin geht die Reise hat der Künstler
folgende Meinungen von Personen gesammelt, die ihm bekannt sind.

Hedwig Sensen: Diese Bilder haben das Wesentliche der Fliegerei erfaßt.
Anita Mitterer: Der Künstler hat einen unverwechselbaren Stil gefunden.
Pierre Buisset: Super Farben, super realistisch.
Leider kann ich es mir nicht leisten, ein Bild zu kaufen.
Helmut Korthals:Reihenfolge und Aufbau der Bilder haben gepaßt.
David Robb: Bestes Bild: I dreamt I could fly.
auch: Turbine cave, pilots, Leaving for New York.
W.F. Robinow: Durchbruch in außergewöhnlichem Ambiente.
Die dargestellten Piloten, Techniker,Polizisten
identifizieren sich mit IHREN Bildern.

Kontakt

GAZETTE, Europäisches Patentamt, 3.5.99, Munich, Berlin, Vienna, The Hague

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 22.4.1999

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 19.4.1999

Aus dem Münchner Merkur vom 10./11.3.1999

Aus der Süddeutschen Zeitung vom 17.9.1998

Uli Schaarschmidt

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